• Eine Hompeage ist keine Website

    Eine Homepage ist keine Website

    Vermutlich haben Sie auch schon Sätze gehört oder gelesen wie „Wir haben eine neue Homepage“. Oder: „Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage.“ Manchmal melden sich mögliche zukünftige Kunden, weil Sie eine Homepage brauchen. Meistens meinen Menschen, die von Homepage sprechen, etwas anderes als ein Webspezialist darunter versteht.

    Möglicherweise erscheint Ihnen das jetzt ein wenig kleinlich. Aber ich weiss aus eigener Erfahrung, dass Missverständnisse ärgerlich sein können. Und deshalb macht es durchaus Sinn, wenn man über ein paar sprachliche Besonderheiten Bescheid weiss und zukünftig die korrekten Begriffe für das, was man meint, verwendet.

    Wenn es um das Erstellen von Websites geht, begegnet man unweigerlich Fachausdrücken. Die sind dann auch nicht selten in englischer Sprache, wie das gerade eben Wort Website. Oder eben Homepage.

    Moment, haben Sie jetzt gerade gedacht, dass das doch dasselbe sei? Eben nicht.

    Eine Homepage ist keine Website.

    Als SchweizerIn kennen Sie vermutlich den Begriff Natel. Er wird (nicht mehr so häufig wie früher) als Synonym verwendet für Mobiltelefon. Was aber eigentlich falsch ist. Denn Natel war eine eingetragene Marke der Swisscom und durfte auch von keinem anderen Telekom-Anbieter verwendet werden.

    So ähnlich sprechen viele Menschen von Homepage und meinen dabei fast, aber eben doch nicht ganz das Gleiche, wie ein Web-Profi.

    In der Fachsprache ist eine Homepage nämlich genau das, was der Name sagt: Die Seite, auf die man gelangt, wenn man auf einem Webangebot auf „Home“ klickt. Manchmal steht statt Home auch Start. Oder es gibt nur ein Logo.

    Eine Homepage ist also tatsächlich nicht ein Webauftritt an sich, sondern lediglich die Seite, auf der man landet, wenn man einen Domainnamen wie z.B. zweitbuero.ch eingibt.

    Wie sagt man dem Rest?

    Nun, wenn eine Homepage also nur ein Teil ist, nämlich der Startbereich, wie nennt man dann den Rest?

    Dem ganzen Webauftritt zum Beispiel einer Firma bezeichnet man als Website. Und jetzt müssen Sie tapfer sein, denn damit ist die Verwechslungsgefahr noch nicht vorbei.

    Als hätte man die Sache gezielt verwirrend gemacht, nennt man die einzelnen Seiten einer Website Webseiten.

    Moment…

    Es gibt die Homepage (=Startseite) und weitere Webseiten, die zusammen die Website ergeben? Korrekt!

    Wenn Sie das jetzt schon verstanden haben, dann sind Sie clever.

    Ich brauchte damals länger und wiederhole deshalb:

    Website

    Der gesamte Webauftritt beispielsweise einer Firma (alles unter www.zweitbuero.ch gehört zur Website von Zweitbüro GmbH). Eine Website besteht somit aus der Homepage und anderen Webseiten.

    Webseite

    Eine einzelne Seite aus einem Webauftritt bezeichnet man als Webseite, zum Beispiel ist mein Impressum ein Teil meines Webauftritts und damit eine Webseite von Zweitbüro GmbH.

    Homepage

    Die Startseite einer Website ist im Prinzip auch eine Webseite, wird aber auch als Homepage bezeichnet.

    Sie wissen jetzt also: Eine Homepage ist eine Webseite, aber keine Website. Als UnternehmerIn verlangen Sie in Zukunft also eine Website, nicht nur eine Homepage.

    Wieder etwas gelernt. 🙂 Oder wussten Sie’s schon?

  • Was ist eigentlich der Job meiner Website?

    Welchen Job hat meine Website?

    Würden Sie eine Mitarbeiterin einstellen, ohne sich vorher Gedanken zu machen, was deren Aufgaben sein sollen? 

    Auch wenn Ihre Website keine Mitarbeiterin im eigentlichen Sinne ist, ist es durchaus sinnvoll, vorher zu überlegen, was sie “tun” soll. 

    Websites können sehr unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Und sie können das nur dann richtig gut, wenn man sie auch entsprechend Zeit nimmt für die Planung und Optimierung.

    Aber was sind denn mögliche Aufgaben?

    Website als Visitenkarte

    Wer ausdrücklich nach Ihrem Namen oder ihrer Firma sucht, findet ihre Visitenkarten-Homepage (alle anderen eher nicht). Da steht ein bisschen mehr als auf papierenen Visitenkarten, aber nicht viel. 

    Solche Seiten sind im Prinzip einzig eine Bestätigung für den Besucher, dass es Sie und Ihre Firma gibt. Weder lässt sich damit gross an der Platzierung bei Google etwas machen, noch werden Sie darüber neue Kunden gewinnen gewinnen. Ausser Sie sind ein Glückspilz.

    Virtuelle Visitenkarten machen meistens nicht viel Sinn. Aber wenn Sie kurz vor der Rente stehen und sich sowieso kaum vor Aufträgen retten können, warum nicht?

    Oder wenn Sie gar keine Website wollen, Ihre Lieferanten aber immer danach fragen und Ihnen nicht glauben, dass Sie überhaupt aktiv. 

    Soll’s alles geben. 

    Akquisition (Lead Gewinnung)

    Eindeutig die meisten aller Unternehmer, die eine Website wollen, möchten damit neue Kontakte gewinnen. Das ist die anspruchsvollste Kategorie, aber natürlich auch die spannendste. 

    Wenn das Ihr Ziel ist (was ich vermute), dann müssen Sie sich unbedingt Gedanken machen, wer Ihr Zielpublikum ist, welche Probleme diese Menschen haben und wie Sie Ihnen helfen können. 

    Nehmen Sie sich hierfür Zeit, denn es ist ein wichtiger Punkt. Vielleicht können Sie den aber auch schon abhaken, weil Sie sich diese Gedanken schon längst gemacht haben für andere Marketingkonzepte. 

    Falls nicht, hilft Ihnen diese kleine (und keinesfalls vollständige) Checkliste

    1. Wer ist mein perfekter Kunde?
      Beschreiben Sie diesen Mensch so genau wie möglich, viel genauer, als es eigentlich für Ihr Produkt vonnöten wäre. So genau und konkret, dass er ein guter Freund sein könnte. 
    2. Was ist sein Problem?
      Was ist das Problem, das mein perfekter Kunde hat? Wo drückt der Schuh, warum ist auf der Suche nach einer Lösung wie der Ihren? Und wie sucht er überhaupt nach der Lösung? Weiss er von seinem Problem oder müssen Sie es ihm erst beibringen, dass er eines hat? Wie machen Sie das?
    3. Wie sieht meine Lösung aus?
      Wie würde es diesem Kunden gehen, wenn er Ihr Produkt hätte? Wo steht er dann in Bezug auf sein Problem? Und warum sollte es Ihre Lösung sein, es gibt ja sicher noch andere vergleichbare Lösungen? 

    Versuchen Sie, diese drei Punkte schriftlich und sehr ausführlich festzuhalten. Schreiben Sie einen Roman dazu, wenn Sie mögen. 

    Sie müssen diese Texte nie veröffentlichen. Aber sie werden Ihnen helfen, stets das Bild Ihres Wunschkunden vor Augen zu haben und den Inhalt Ihrer Seite auf ihn auszurichten. 

    Genau das ist nämlich Sinn und Zweck der Übung: Wenn Sie ganz genau wissen, wen Sie ansprechen wollen, fällt es Ihnen viel leichter, den richtigen Inhalt zu erstellen. 

    Website als Informations-Plattform

    Wenn Sie nichts verkaufen wollen, sondern nur Meldungen zu einem bestimmten Thema veröffentlichen, dann ist die Hauptaufgabe Ihrer Website das Verbreiten von Infos oder News.

    Das kann ein Blog (Weblog) sein oder eine klassische News-Seite, wie sie von Zeitungen betrieben wird. Aber auch Vereins-Seiten oder die Website eines Fanclubs können so aufgebaut sein. 

    Allerdings sind die Grenzen häufig fliessend. Denn News-Seiten wollen oftmals Werbung verkaufen, Vereine sind an der Akquirierung von neuen Mitgliedern interessiert oder Fanclubs wollen Merchandise-Artikel verkaufen. Was uns zum nächsten Website-Typ bringt.

    Website für den Verkauf / Shop

    Haben Sie Produkte, die Sie auf Ihrer Seite verkaufen wollen? Dann braucht’s eine Shop-Lösung. 

    Die technischen Aspekte dürfen Sie gerne dem Webdesigner überlassen. Aber Sie sollten sich Gedanken machen, wie der Bestellprozess vonstatten gehen soll. Die folgende kleine Checkliste hilft dabei: 

    1. Art der Produkte
      1. physische Produkte: Produkte, die man anfassen kann und die per Post oder Kurier verschickt oder vom Kunden abgeholt werden. 
      2. digitale Produkte: Produkte, die in Form einer Datei oder eines Links, eines Logins oder einer Datei verschickt werden. Dazu gehören u.a. Hörbücher, Online-Kurse, E-Books, usw. 
      3. Dienstleistungen: Eine Form von Produkt, die weder per Mail noch per Post geliefert, sondern zu einem definierten Zeitpunkt erbracht wird. 
      4. Gutscheine: Können digital oder physisch erstellt und geliefert werden. Bedenken Sie, dass digital übermittelte Gutscheine eindeutige Merkmale haben müssen, weil man sie ansonsten beliebig kopieren kann.
    2. Art der Bezahlung
      1. Kreditkarte / Paypal
        Hat den Vorteil, dass Sie erst liefern, nachdem der Kunde bezahlt hat. Kreditkarten und vergleichbare Dienste wie Paypal, Stripe oder Twint sind mittlerweile gut verbreitet und stossen auf breite Akzeptanz. Die Gebühr, die Sie an den jeweiligen Anbieter entrichten müssen, ist kalkulierbar. Eine Anbindung an den eigenen Shop kann kostenpflichtige Module benötigen. 
      2. Rechnung
        Sehr hohe Akzeptanz, da der Kunde zuerst die Ware erhält und erst dann zahlen muss. Allerdings haben Sie das Risiko des Zahlungsausfalls, was möglicherweise kostspielige rechtliche Schritte bedingt. Bei Bestandskunden jedoch weniger problematisch und Neukunden könnten vorab geprüft werden.
      3. Vorkasse
        Das Inkasso-Risiko verschwindet, wenn Sie gegen Vorkasse liefern, dafür ist da die Akzeptanz seitens der wesentlich Kunden geringer. Sollten Sie anbieten, wenn Sie auch Bezahlung per Kreditkarte anbieten, weil Sie damit Kunden erreichen, die gar keine Kreditkarte haben (ja, die gibt’s).
    3. Art der Lieferung
      1. Online
        Bei digitalen Produkten haben Sie es verhältnismässig einfach, zumal es hier sehr gute und automatisierbare Lösungen gibt, die mit wenig Geld und Aufwand implementiert sind. Allerdings ist dann fast Pflicht, mit Kreditkarte, Paypal oder vergleichbaren Diensten bezahlen zu können.
      2. Offline
        Physische Produkte können leider nicht per Download-Link oder E-Mail verschickt werden. Natürlich kann auch da vieles automatisiert werden, aber es braucht mehr Vorarbeit und Überlegungen, um ein sauber funktionierendes System bereitzustellen. Machen Sie sich da unbedingt im Voraus gut Gedanken über zu erwartende Mengen, Grössen und Gewichte der Artikel, Abwicklung des Lieferprozesses, Lagerhaltung, Transport. 

    Sie sehen, es gibt doch so einiges, an das man man denken sollte, um einen optimalen Start hinzubekommen. 

    Selbstverständlich sind die Grenzen zwischen allen obigen möglichen Bereichen nicht fix. Im Gegenteil, viele Websites erfüllen mehrere Zwecke. Sie sind zugleich eine Stelle, bei der man sich unverbindlich informieren kann und versuchen gleichzeitig auch neue Kontakte zu gewinnen. 

    Eine gute Planung ist die halbe Miete

    Da ist es wichtig, dass Sie sich Gedanken machen, welche Inhalte Sie wo haben wollen. Jemand, der mit Kaufabsichten auf Ihre Seite kommt, hat andere Bedürfnisse als jemand, der zum ersten Mal bei Ihnen landet und sich informieren will. 

    Wie können Sie Ihre Inhalte so verteilen, dass sie einander nicht stören und jeder rasch das findet, was ihn interessiert? 

    Es mag Ihnen im ersten Moment seltsam erscheinen, für Ihre Website so etwas wie eine Arbeitsbeschreibung zu erstellen. Aber Sie werden merken, dass Ihnen laufend neue Idee kommen, während Sie die Aufgaben festlegen und zu formulieren versuchen. 

    Und vor allem ist nicht zu unterschätzen, wie viel Zeit Sie bei der Umsetzung sparen. Ein Sprichwort besagt: Gute Planung ist die halbe Miete. Das gilt unabhängig davon, ob Sie die bestehende Seite umstrukturieren oder eine neue erstellen lassen.  

  • Die Wahl der Domain

    Welche Domain soll ich registrieren?

    Wenn Sie eine Website wollen, brauchen Sie einen Domain-Namen. Das ist an sich eine simple Sache und kostet wenige Franken jährlich. Ihr Webdesigner registriert die gerne für Sie.

    Doch welchen Domain-Namen sollte man wählen? In diesem Artikel schauen wir uns ein paar Punkte an, die man beachten kann bei der Wahl des Domain-Namens.

    Wo spielt die Domain eine Rolle?

    Dafür ist es sinnvoll, wenn wir uns mal überlegen, wo die Domain überhaupt eine Rolle spielt.

    Einen Domain-Namen braucht es, damit die Menschen auf Ihre Website gelangen. Und dafür gibt es im Wesentlichen nur zwei Möglichkeiten:

    1. Die Besucherin klickt auf einen Link, der zu Ihnen führt.
    2. Die Besucherin gibt Ihre Domain von Hand ein.

    Nur ein Klick

    Der erste Fall kann auf verschiedene Weisen eintreten. So ist denkbar, dass die Besucherin eine E-Mail von Ihnen öffnet und auf den Link in der Signatur klickt.

    Sehr schön wäre es natürlich, wenn die Besucherin in der Suchmaschine nach einem Begriff sucht, Ihre Seite als Suchresultat angezeigt wird und die Besucherin da auf drauf klickt.

    Auch das Scannen eines QR-Codes, bei dem Ihre Domain hinterlegt ist, gehört im weitesten Sinne zu diesem ersten Fall.

    Alle diese Fälle haben eines gemeinsam: Die Besucherin muss Ihre Domain nicht eintippen und schon gar nicht vorher kennen. Ja, in manchen Fällen ist sie sogar nicht einmal ohne weiteres ersichtlich.

    Für diese Fälle ist es aus Sicht der Besucher eigentlich egal, wie Ihre Domain lautet.

    Von Hand

    Beim zweiten Fall sieht das grundlegend anders aus: Hier gibt die Besucherin Ihre Domain von Hand ein. Das kann aus verschiedenen Gründen der Fall sein.

    Abtippen

    Einen Domain-Namen gibt man dann von Hand ein, wenn man ihn zum Beispiel von einem Werbeprospekt oder einer Visitenkarte abtippt. Da ist dann vor allem anderen entscheidend,, dass der Druck gut leserlich ist. Und die meisten geben natürlich lieber eine Domain mit fünf oder sechs Zeichen ein als eine nimmer endende Buchstabenschlange.

    Aus dem Gedächtnis

    Ebenfalls von Hand tippe ich eine Domain ein, die ich im Gedächtnis habe. Dass es überhaupt soweit kommt, dass jemand Ihre Domain auswendig im Kopf hat, ist natürlich sehr individuell. Es hat aber sicherlich auch damit zu tun, dass Ihre Domain gut zu merken ist und eher weniger als mehr Zeichen hat.

    Vom Hören sagen

    Und dann gibt es noch die Situation, die oft vergessen geht: Manchmal hört man einen Domain-Namen und gibt ihn deshalb von Hand ein.

    Diesem Punkt sollten Sie ganz besondere Beachtung schenken, wenn es denkbar ist, dass Sie irgendwann Radiowerbung schalten. Eine Domain wie meyer-und-partner.ch ist schon anstrengend für den Sprecher, aber erst recht kaum auf Anhieb zu merken für den Hörer. Die Chance, dass wegen einem Radiospot jemand auf die Website gelangt, ist nahe bei Null.

    Würde die Domain meyer-architekten.ch lauten, wären die Chancen wesentlich grösser. Aber nach wie vor würden viele maier, mayer oder meier eingeben und eine Fehlermeldung erhalten. Oder im dümmsten Fall gar bei einem Mitbewerber landen.

    Natürlich ist es nicht immer einfach, eine Domain zu finden, die gut zu merken ist und trotzdem passt. Im vorliegenden Beispiel des Architekturbüros Mayer & Partner könnte man vielleicht eine Lösung finden, indem man den Sitz der Firma einbezieht: architekten-uster.ch wäre beispielsweise gut zu merken, hätte wenig Risiken für Missverständnisse und würde dennoch passen.

    Nicht vergessen: E-Mail

    Sie sollten unbedingt bedenken, dass Ihre Kunden und Interessenten möglicherweise Ihre E-Mail-Adresse von Hand eingeben müssen. Zumindest beim ersten Mal.

    Dabei sind meines Erachtens zwei Aspekte:

    Je länger die Domain, desto mühsamer das Eintippen. Und desto eher schleichen sich Fehler ein. Wenn Sie dann auch noch E-Mail-Adressen haben nach dem Muster vorname.nachname@domain.ch, dann nervt das doppelt.

    Beim zweiten Aspekt sind sicher nicht mit mir einig, aber ich finde, eine E-Mail-Adresse sollte auch halbwegs „schön“ aussehen, wenn sie auf einer Visitenkarte oder in einem Flyer steht.

    Adressen wie info@maler-geschaeft-brunner-wetzikon.ch sehen einfach doof aus. Und unterschätzen Sie nicht, wie schnell der Platz auf einer Geschäftskarte knapp wird.

    Übrigens: Ich finde auch den umgekehrten Fall unschön, wenn vor dem @-Zeichen viel mehr steht als danach:

    Unschön: patrick.honegger@abc.ch
    Schön: patrick@abc.ch

    Schreiben Sie doch in den Kommentaren: Finden Sie auch, eine E-Mail-Adresse sollte „schön“ aussehen? Oder finden Sie es – wie etliche meiner Freunde – übertrieben, über diese Details nachzudenken?

    Und was meint Google?

    Es gab Zeiten, da war der Domain-Name extrem wichtig. Die oben genannten architekten-uster.ch wären alleine aufgrund ihrer Domain schon viel besser platziert gewesen als viele ihrer Mitbewerber.

    Diese Zeiten sind aber weitgehend vorbei. Es ist zwar immer noch ein Vorteil, wenn ein Schlüsselwort in der Domain vorkommt. Aber es ist nicht mehr das Mass aller Dinge.

    Google passt seinen Algorithmus laufend an und verfeinert die Art und Weise, wie Seiten beurteilt werden. Insbesondere wird Google immer besser beim Interpretieren von Inhalten. Von einer perfekt passenden Domain lässt sich Google nicht mehr allzu stark beeinflussen.

    Wenn Sie aber eine Domain finden, die z.B. Ihre Tätigkeit oder ihr wichtigstes Angebot enthält, dann schadet es sicher nicht, diese zu verwenden.

    Die Ustermer Architekten im obigen Beispiel habe sicherlich nach wie vor einen Bonus seitens Google, wenn sie architekten-uster.ch verwenden statt meyer-und-partner.ch.

    In diesem Beispiel geht das wunderbar auf, macht auch für den Leser Sinn und ist erst noch einfacher zu merken. Da spricht dann auch wirklich alles für die Domain architekten-uster.ch.

    Aber wählen Sie keine umständlich konstruierte Domain mit Schlüsselworten nur wegen Google. Der Nachteil, dass sie umständlich zu schreiben und schwer zu merken ist, überwiegt die Vorteile.

    Wenn meine Firma Honegger GmbH heisst und ich ein Malergeschäft betreibe, macht es sicher Sinn, die Domain maler-honegger.ch oder so ähnlich zu wählen. Auch maler-wetzikon.ch ist durchaus sinnvoll. Beide Domains kann man sich einigermassen gut merken, beide sind aussagekräftig und trotzdem nicht übermässig lange. (Ich persönlich würde vermutlich beide nehmen, wenn sie noch verfügbar wären).

    Vielleicht wäre es in Bezug auf Google ein kleiner Vorteil, ich würde alle Begriffe kombinieren zu maler-honegger-wetzikon.ch, aber das würde ich trotzdem nicht tun. Die Domain ist zu lang zum Tippen, lässt sich nur noch mühsam in der richtigen Reihenfolge merken und sieht doof aus auf Visitenkarten und in E-Mail-Adressen: info@maler-honegger-wetzikon.ch – wer will sowas eintippen?

    Ausserdem: Google findet bei maler-wetzikon.ch selber raus, dass ich Honegger heisse. Und bei maler-honegger.ch merkt Google von sich aus, dass ich in Wetzikon domiziliert bin. Wie schon erwähnt: Man muss heute nicht mehr jedes mögliche Schlüsselwort in die Domain packen.

    Ja, und was jetzt?

    Am nächsten liegt natürlich die Registrierung des Firmennamens als Domain. So wie ich das mit Zweitbüro gemacht habe (Domain zweitbuero.ch).

    Es ist selbstverständlich nie falsch, seinen Firmennamen als Domain zu sichern. Im Gegenteil, ich empfehle sogar, das wirklich zu tun, selbst wenn man gar nicht vorhat, ihn zu verwenden. Denn damit verhindert man, dass plötzlich ein Dritter mit meinem Namen auftritt und meine Kundschaft verwirrt.

    Doch warum sollte ich denn überhaupt eine andere Domain in Betracht ziehen als meinen Firmennamen? Gibt es dafür Gründe?

    Wenn Ihr Firmenname nicht selbstsprechend ist, ist es zumindest eine Idee, zu prüfen, ob Sie eine Domain reservieren könnten, die Ihr Produkt, Ihr Angebot umschreibt.

    Ein Beispiel: Sie haben eine Firma gegründet, die sich Ihrem Nachnamen entsprechend Berger Coaching nennt.

    Wenn Sie bereits einen Bekanntheitsgrad haben, mag berger-coaching.ch die ideale Lösung sein. Die meisten Start-Ups haben das aber nicht. Deshalb könnte es passend sein, die Art Ihres Coachings in den Vordergrund zu rück. Das wäre dann eine Domain wie nachfolge-coaching.ch wenn Sie Begleitung bei Nachfolgeregelungen anbieten. Oder hr-coaching.ch, wenn Sie im Personalmarkt aktiv sind.

    Aber selbst wenn Ihr Firmenname bereits aussagekräftig ist, z.B. Maler Honegger, könnten Sie noch etwas konkreter auftreten, wenn Sie Ihr Einzugsgebiet oder Ihr Domizil erwähnen. Domains wie maler-uster.ch heben Ihre Dienstleistung in den Fokus statt Ihren Namen (den zu Beginn niemand kennt).

    Nur so nebenbei: Wenn Sie Ihre Firma später mal verkaufen, ist es für den Käufer wesentlich attraktiver, maler-uster.ch zu bekommen als eine Kombination mit Ihrem Namen, die er dann möglicherweise gar nicht mehr weiter verwenden kann.

    Sicherlich haben Sie nun ein paar Anregungen erhalten, wie Sie auf die Suche nach dem für Sie optimalen Domain-Namen gehen können.

    Übrigens: Vielleicht ist Ihnen bei der Lektüre dieses Artikels aufgefallen, dass ich mit zweitbuero.ch eigentlich nicht unbedingt eine optimale Domain habe für mein Geschäftsfeld.

    Warum das so ist, verrate ich Ihnen vielleicht ein ander Mal. Oder Sie fragen mich in einem persönlichen Gespräch danach.

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