• Ideenfindung mit Mindmapping

    Ideenfindung mit Mindmapping

    Mit den Jahren entwickelt man Vorlieben für bestimmte Tools und Methoden.

    Ein Tool, das mich seit vielen Jahren begleitet und das mir schon sehr oft geholfen hat, ist Mindmeister.

    Mindmeister ist ein Online-Tool zur Erstellung von Mindmaps. Die Methode Mindmap und das Tool Mindmeister nutze ich sehr oft, wenn ich Ideen zu einem Thema sammeln will.

    Vielseitige Einsatzfähigkeit

    Die Einsatzbereiche von Mindmaps sind sehr vielseitig.

    Ich verwende Mindmaps zwar durchaus für die übersichtliche Darstellung von Sachverhalten oder als Zusammenfassung eines Buches, aber am liebsten (und häufigsten) für die Brainstorm-Phase.

    Laut dem kürzlichen verstorbenen Erfinder von Mindmaps, dem englischen Psychologen Tony Buzan († 13.04.19) nutzt die Methode die Fähigkeit, Assoziationen zu wecken.

    Und das ist eben besonders beim Brainstorming hilfreich.

    Schritt 1: Sprudeln

    In einem ersten Schritt notiere ich um das Kernthema so ziemlich alles, was mir dazu einfällt. Da darf (und soll es) einfach sprudeln.

    In dieser Anfangsphase gebe ich jedem Thema einen eigenen Ast. Das hat den Vorteil, dass man allein mit Enter und der Texteingabe arbeiten kann und zügig vorankommt.

    Das hat eigentlich mit Mindmap noch nicht viel zu tun und kommt eher der weiter verbreiteten Brainstorming-Technik mit Karten und Pins nahe.

    Wichtig beim Brainstorming:

    Die Kraft der Assoziation, also der Fähigkeit, Verknüpfungen herzustellen, funktioniert weitaus am besten, wenn man ihr freien Lauf lässt.

    Also möglichst nur notieren, was einem einfällt, und nicht einzelne Gedanken weiterspinnen.

    Beim Brainstorming in Gruppen sollte man vorgängig festlegen, dass keine eingeworfenen Stichworte hinterfragt oder gar diskutiert wird. Im Brainstorming wird nur gesammelt. Ob ein Stichwort Sinn macht, machbar ist oder nur Blödsinn bedeutet, kann man später diskutieren.

    Zurück zu meinem Brainstorming: Nach der ersten Runde Brainstorming sehen meinen Mindmaps ungefähr so aus:

    Brainstorming in Mindmeister

    Emotionslose Darstellung. Aber wir müssen damit ja keine Preise gewinnen.

    Schön ist das nicht. Aber darum geht’s auch nicht.

    Schritt 2: Ordnen

    Nun kommt im zweiten Schritt das Ordnen.

    Ähnlich, wie man es von den Karten auf der Pinwand kennt, gruppiere ich ähnliche oder verwandte Stichworte. Dafür verwende ich einen Ast, an den dann alle anderen dran kommen.

    Die Stärke von Software-Mindmaps ist, dass man sie jederzeit nach Belieben verändern kann. Auf Papier muss man sich da schon deutlich mehr Gedanken machen, wie man nun eine Struktur haben will. Oder man fängt halt mehrmals von vorne an.

    Deshalb eignen sich Mindmaps auf Papier meines Erachtens nur bedingt für das Brainstorming.

    Die Erfahrung zeigt, dass in dieser Phase des Sortierens und Bündelns immer wieder erneut Ideen auftauchen, das Brainstorming also sozusagen nebenbei weiter läuft.

    Flexibilität ist die Stärke der digitalen Mindmaps

    Hier entpuppen sich Tools wie Mindmeister als grossartige Hilfe. Jederzeit lassen sich an jeder beliebigen Stelle weitere Stichworte einfügen, ohne dass die ganze Mindmap hinüber ist.

    Dadurch wird das assoziative Denken, das dem Mindmap-Erfinder so wichtig war, perfekt unterstützt. Das funktioniert zwar durchaus auch auf Papier. Aber auf Papier rutschen die Äste natürlich nicht automatisch auseinander, um neuen Ideen Platz zu machen. Und sie lassen sich zwecks besserer Übersicht auch nicht einfach mal woanders hin verschieben.

    Gerade für die Ideenfindung, in der eine Mindmap extrem lebt, sich ständig verändert, erweitert wird und auch mal etwas wieder weg kommt, eignet sich die Mindmap-Methode eigentlich erst, seit es Softwarelösungen für Mindmaps gibt.

    Nach dem Sortieren sieht mein Mindmap nun etwa so aus:

    Mindmap Bewerbergespräch

    Aus dem Brainstorming ist eine einfache Checkliste geworden.

    Wichtig: Es handelt sich inhaltlich um das Gleiche wie beim ersten Bild. Ich habe lediglich begonnen, eine gewisse logische Sortierung vorzunehmen und hier oder dort neu hinzugekommene Ideen notiert.

    In kurzer Zeit habe ich in diesem Beispiel eine Art Checkliste erstellt für ein Bewerbungsgespräch (aus Sicht des Arbeitgebers).

    Natürlich ist dieses Beispiel jetzt noch nicht wirklich eine vollständige Checkliste, es sollte lediglich zeigen, wie ich meine Ideen sammle und danach in eine gewisse logische Ordnung bringe.

    Dank Speicherung in der Cloud habe ich nicht nur von jedem Computer aus Zugriff, sondern kann die Vorlage auch für jede Gesprächsvorbereitung kopieren und anpassen.

    Weitere Anwendungsbereiche für Mindmaps

    Das hier erwähnte Vorgehen lässt sich selbstverständlich auf nahezu alle Bereiche und Tätigkeiten ausdehnen. So nutze ich zum Beispiel oft Mindmaps für die Planung meiner Blogbeiträge.

    Fast jeder längerer Text, den ich in den letzten 15 Jahren geschrieben habe, entstand aus einem Mindmap.

    Ich habe Mindmaps erstellt, um mich auf Mitarbeitergespräche mit meinem Vorgesetzten vorzubereiten. Besonders dann, wenn ich davon ausgehen konnte, dass es anspruchsvoll werden könnte.

    Das Mindmap war in diesem Fall die Traktandenliste. Auch dafür ist es hervorragend geeignet, wie ich aus zahlreichen Sitzungen (nicht nur Mitarbeitergesprächen) weiss.

    Und natürlich gibt’s noch viele, viele weitere Anwendungsbereiche. Vielleicht schreibe ich dazu später mal einen Beitrag.

    Und Sie?

    Haben Sie auch Erfahrung mit Mindmaps? Wie und wo nutzen Sie Mindmaps? Und warum?

    Schreiben Sie, wo Sie die Vorteile sehen oder wo Sie Bedenken haben. 

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